Yoga war nie in erster Linie Gymnastik
Man weiß nicht genau wann die Menschen angefangen haben, die ersten Yoga-Asanas zu entwickeln. Aber das moderne Konzept „Sport“ existierte damals noch nicht, und auch nicht die heutige Sicht, dass Körper und Geist klar voneinander trennbar sind.
Asanas waren ursprünglich kein Selbstzweck. Eine ihrer Funktionen war, die Yogis und Yoginis körperlich darauf vorbereiten, viele Stunden lang zu meditieren. Ihre Funktion ging aber noch weiter. Sie sollten den Körper vorbereiten, damit Bewusstsein sich verändern kann.
Nicht Beweglichkeit war das Ziel, sondern Wahrnehmung.
Warum Tantra Yoga einen anderen Weg geht
Es gibt einen zentralen Unterschied: Viele moderne Yogastile arbeiten von außen nach innen. Körper bewegen → entspannen → sich besser fühlen
Tantra Yoga arbeitet von innen nach außen. Es interessiert sich nicht zuerst für perfekte Haltungen. Im Vordergrund steht stattdessen:
Energie
Aufmerksamkeit
Atem
Bewusstheit
Präsenz
Es geht nicht darum, eine Haltung perfekt auszuführen
Im Tantra Yoga ist eine Asana dann „gut“, wenn sie etwas in dir verändert oder dir bewusst macht. Ganz egal wie sie von Außen aussehen mag.
Vielleicht kommst du dabei zur Ruhe, oder Emotionen werden spürbar – oder es kommen Gedanken auf, wie: Mache ich das auch gut genug?
Auch deine Atmung kann sich verändern, oder du bemerkst wo du Anspannung hältst.
Wie der Westen Yoga verändert hat
Im Westen kommt eine wissenschaftliche Betrachtung hinzu, auch für Yoga:
Anatomie
Psychologie
Hormone
Neurowissenschaft
Das widerspricht Tantra Yoga nicht. Heute lässt sich manches wissenschaftlich beschreiben, was früher einfach nur erfahren wurde. Beispielsweise, dasss bestimmte Asanas die Ausschüttung von Hormonen beeinflussen können.
Was bedeutet „Energie“ eigentlich?
Energie ist für Tantra Yoga (und Tantra) ein wichtiger Begriff, um eine Erfahrung zu beschreiben oder ins Bewusstsein zu rufen. Energie kann sich auf vielfältige Arten zeigne und erfahrbar werden. Beispielsweise:
Wachheit
Lebendigkeit innere Weite
Gefühle
Gehört Sexualität zum Tantra Yoga?
Man könnte antworten: Ja und Nein. Es geht um Körper, Atem und Bewusstheit. Allerdings ist aus Sicht von Tantra Yoga die sexuelle Energie nicht etwas anderes als die Lebensenergie.
Also genau das, was unter anderem AUCH als Gefühle oder körperliche Wahrnehmungen erfahren werden kann.
In asketischen Yoga-Traditionen werden Übungen zum Teil so gestaltet, dass der sexuelle Aspekt der Lebensenergie bewusst ausgeklammert wird.
Tantra Yoga dagegen geht der Erfahrung auch sexueller Energie nicht aus den Weg, und verbindet sie mit Bewusstheit.
Für wen eignet sich Tantra Yoga?
Tantra Yoga ist nicht nur etwas für Yogis oder Sportbegeisterte. Es ist interessant für Menschen,
die meditieren möchten,
die ihren Körper bewusster erleben möchten,
die ihre Energie feiner wahrnehmen möchten die sich für Bewusstseinsentwicklung interessieren.
Fazit
Im Tantra Yoga ist nicht die Frage: Wieviel Leistung oder Beweglichkeit kann ich abrufen?
Viel interessanter ist die Frage: Was nehme ich gerade wahr? Genau das unterscheidet ihn von den meisten westlichen Yoga-Richtungen.